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Die Bedeutung des Animismus für unser Überleben

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Viele religiöse Menschen halten Religiosität für ein angeborenes menschliches Bedürfnis. Viele Atheisten hingegen sehen in religiösem Glauben eine Folge jahrhundertelanger Indoktrination und betrachten die Freiheit von Glaubenssätzen als den ursprünglichen Zustand, sozusagen den Default-Modus menschlichen Bewusstseins. Dafür spricht z.B. dass wir noch nichts von irgendwelchen Dogmen wissen, wenn wir auf die Welt kommen. Sind wir also in unserer frühsten Lebensphase Atheisten? Wenn man von der ursprünglichen Wortbedeutung ausgeht, ist das sicherlich so. Die Vorstellung eines Gottes entwickelt sich erst nach mehreren Lebensjahren und selten ohne Beeinflussung von außen. Wenn man den Begriff Atheismus aber weiter fasst und darunter die Ablehnung des Glaubens an übersinnliche Phänomene versteht, dann sind wir sicher keine geborenen Atheisten. Ich möchte hier die These aufstellen, dass unser Default-Modus vielmehr der Animismus ist und dass wir uns ers...

Wissen und Weisheit aus dem alten China

Für mein Buch "Die Lehren des großen Regens - Eine philosophische Reise ins alte China und zurück" habe ich einige Passagen aus dem Huainanzi , einem chinesischen Klassiker aus dem zweiten Jahrhundert vor unserer Zeit, ins Deutsche übersetzt. Für mich ist das Huainanzi eines der großartigsten Bücher der Weltliteratur - und ich kann überhaupt nicht verstehen, dass es davon immer noch keine deutsche Übersetzung gibt. Es ist als Geschenk für den Kaiser von China geschrieben worden, um ihm alles Wissen an die Hand zu geben, das man braucht, um ein Weltreich zu regieren. Es gibt nicht nur einen hervorragenden Einblick in das Weltbild der damaligen Zeit, sondern ist auch voller weiser Erkenntnisse, die über die Jahrtausende hinweg nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Hier möchte ich drei meiner Lieblingszitate vorstellen: 1.19. "Die Welt ist mein eigen, aber ich gehöre auch der Welt. Wie könnte da eine Kluft zwischen mir und der Welt sein? Um die Welt zu besitzen, woz...

Eine Einführung in die alte chinesische Philosophie mit aktuellen Bezügen

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Soeben ist mein Buch neues Buch erschienen. Hier die Pressemitteilung:  Jupp Hartmann : Die Lehren des großen Regens - Eine philosophische Reise ins alte China und zurück -  Bei dieser Neuerscheinung handelt es sich um eine Einführung in die alte chinesische Philosophie mit aktuellen Bezügen. Schon vor 4000 Jahren waren die Menschen in China gezwungen, sich durch ein System von Flussregulierungen vor drohenden Hochwasserkatastrophen zu schützen. Dabei sammelten sie Erfahrungen, die nachhaltigen Einfluss auf die Weltsicht der folgenden Generationen hatten und anderthalb Jahrtausende später die klassische chinesische Philosophie entscheidend prägten. Diese entwickelte zu ihrer Blütezeit eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze (Konfuzianismus, Daoismus, Mohismus, Legalismus, Hedonismus, Sophismus), die als die Hundert Schulen in die Geschichte eingingen. Jupp Hartmann versucht in seinem Buch, das Denken jener Zeit nachzuvollziehen und dessen oft verblüffende Einsichten f...

Die Bundesregierung entdeckt das Prinzip des Wu wei

Dass ich das noch einmal erleben würde. Die Bundesregierung wirbt für Tun durch Nichttun (wu wei). In gleich drei Videos zu Corona fordert sie dazu auf, einfach zuhause zu bleiben und nichts zu tun. Kompliment, soviel Humor hätte ich der Regierung nicht zugetraut. https://www.youtube.com/watch?v=BpYZvtmkGw4 https://www.youtube.com/watch?v=krJfMyW87vU   https://www.youtube.com/watch?v=UH1757U0aeg

Ein Stipendium fürs Nichtstun

Das Grundthema dieses Blogs und meines Essays "Aufbruch ins Leere" rückt zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die Hochschule für bildende Künste (HFBK) Hamburg schreibt jetzt ein Stipendium fürs Nichtstun aus. Hier ein paar Medienberichte dazu: Deutschlandfunk Kultur / NDR / Stern / Mopo

Leere und Fülle

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Wer aus dem Vollen schöpfen will, muss leer sein.

Die eigene Mitte finden

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Die eigene Mitte zu finden, das heißt inneres Gleichgewicht zu erreichen. Wer in der eigenen Mitte ruht, steht stabiler in der Welt. Das kann man metaphorisch verstehen oder wortwörtlich in Hinblick auf die Körperhaltung. Innere Ausgeglichenheit ermöglicht ein wirkungsvolleres Handeln, wenn es angebracht ist und ein entspanntes Nicht-Handeln, wenn dies sinnvoller ist. Um die eigene Mitte zu finden gibt es viele Mehoden. Meditation ist ein Weg, zum Beispiel, indem man ein Mandala anschaut. Auf der Reise ins eigenen Innere gibt es viel zu entdecken. Einer der frühesten Reiseführer, die es für diese Reise gibt, ist das Nei Ye , ein zweieinhalb Jahrtausende alter chinesischer Text, der den Weg zu innerer Ruhe beschreibt. Das Nei Ye gibt dazu ganz praktische Ratschläge, die zu einer Selbstregulierung führen sollen.