Denkformen
Denken wird oft mit begrifflichem Denken gleichgesetzt, mit der kreativen Verkettung von Begriffen. Aber auch andere kreative Verkettungen sind Formen des Denkens. Wenn ich auf der Gitarre improvisiere, verkette ich Töne zu Tonfolgen. Ich befinde mich dann in einem kreativen Prozess, der völlig ohne Begrifflichkeiten auskommt. Mehr noch, wenn ich wirklich in der Musik aufgehe, ist mein begriffliches Denken ausgeschaltet. Auch bildliche Vorstellungen lassen sich bestens miteinander verketten. Bildliches Denken ist nicht nur bei der Komposition von Gemälden wichtig. Auch mathematische Zusammenhänge lassen sich bildlich oft viel einfacher erfassen als begrifflich – und das nicht nur in der Geometrie. Auch bei wissenschaftlichen Entdeckungen spielt nicht-begriffliches Denken in Form von visuellen Analogien oft eine Rolle. So entdeckte z.B. Friedrich Kekulé die kreisförmige Struktur von Benzol, nachdem er von einer Schlange geträumt hatte, die sich in den Schwanz biss. Und...